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Erste-Hilfe beim Hund: Lebensrettende Tipps von Hundsgeflüster

  • Autorenbild: Korbinian Worf
    Korbinian Worf
  • vor 2 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 1 Tag

Ein verletzter Hund nach Erste-Hilfe-Maßnahmen

Notfälle warten nicht darauf, dass wir bereit sind – gerade als Hundebesitzer ist es entscheidend, vorbereitet zu sein. Deshalb haben wir von Hundsgeflüster aus München für dich die häufigsten Notfälle und die wichtigsten Maßnahmen für Erste-Hilfe beim Hund zusammengestellt. Egal, ob Schnittverletzungen beim Spaziergang oder akute gesundheitliche Probleme – mit diesem Ratgeber weißt du, wie du deinem

Vierbeiner in kritischen Situationen effektiv helfen kannst.



1. Vergiftungen – Sofort handeln!


Mögliche Symptome:

  • Erbrechen

  • Durchfall, mit oder ohne Blut

  • Erhöhter Speichelfluss oder Schaum am Maul

  • Zittern, Zuckungen oder Krampfanfälle

  • Schwäche oder Lethargie: Dein Hund wirkt müde, hat Schwierigkeiten beim Stehen oder Gehen

  • Atemnot: Keuchen, schnelles Atmen oder Probleme beim Atmen

  • Auffälligkeiten beim Urinieren: Häufig, schmerzhaft oder gar nicht

  • Unregelmäßige Herzfrequenz: zu schnell oder zu langsam

  • Koordinationsprobleme: Schwanken, Taumeln, unsicheres Gehen

  • Übermäßiger Durst oder völliger Wassermangel

  • Ungewöhnliche Blutungen aus Mund, Nase oder Rektum

  • Blasses oder gelbes Zahnfleisch

  • Bewusstlosigkeit oder Koma


Handlungstipps:

  1. Sorge dafür, dass dein Hund kein weiteres Gift aufnehmen kann.

  2. Falls möglich, notiere genau, was und wie viel dein Hund aufgenommen hat.

  3. Zögere nicht: Bei Verdacht auf Vergiftung solltest du sofort tierärztliche Hilfe holen.

 

2. Hitzeschlag – Sofort eingreifen!


Mögliche Symptome:

  • Starkes Hecheln

  • Körpertemperatur über 39,4 °C; Werte über 41 °C sind kritisch

  • Dunkelrotes Zahnfleisch oder Zunge

  • Unruhe oder extreme Müdigkeit

  • Trockene oder klebrige Schleimhäute

  • Schneller Puls oder Herzschlag

  • Schwanken, Taumeln oder Zusammenbruch

  • Erbrechen oder Durchfall, mit oder ohne Blut

  • Krämpfe

  • Bewusstseinsverlust oder Koma


Handlungstipps:

  1. Bringe deinen Hund sofort an einen kühlen, schattigen Ort.

  2. Kühle ihn vorsichtig mit Wasser ab – nicht eiskalt, um einen Schock zu vermeiden.

  3. Biete ihm kleine Schlucke Wasser an, damit er Flüssigkeit aufnehmen kann.

  4. Sorge für gute Luftzirkulation um ihn herum.

  5. Ruf unverzüglich den Tierarzt, denn Hitzeschlag kann lebensbedrohlich sein.

 

3. Unterkühlung


Mögliche Symptome:

  • Körpertemperatur zwischen 38 °C und 39,2 °C

  • Zittern

  • Schwäche oder extreme Müdigkeit

  • Langsame Bewegungen

  • Schwacher Puls

  • Tiefe, langsame Atemzüge

  • Kalte Ohren, Pfoten oder Schwanz

  • Blasse oder bläuliche Schleimhäute

  • Verwirrung oder Orientierungslosigkeit

  • Kollaps oder Bewusstlosigkeit

  • Steife Muskeln


Handlungstipps:

  1. Wärm deinen Hund langsam auf – mit Decken und deiner eigenen Körperwärme.

  2. Vermeide schnelles Aufwärmen, um einen Schock zu verhindern.

  3. Biete ihm warme Flüssigkeit an, wenn er trinken kann.

  4. Suche sofort tierärztliche Hilfe, um eine innere Unterkühlung auszuschließen.

 

4. Verletzungen und Blutungen


Mögliche Symptome:

  • Sichtbare Wunden: Schnitte, Risse oder andere offene Stellen

  • Blutungen: offensichtlich oder versteckt (z. B. im Urin, Stuhl oder Erbrochenem)

  • Hinken oder eingeschränkte Beweglichkeit

  • Schmerzanzeichen: Jaulen, Knurren, Aggression oder Rückzug

  • Schwellungen oder Verhärtungen

  • Übermäßiges Lecken oder Beißen an einer Stelle

  • Veränderungen der Körperhaltung

  • Apathie oder Lethargie

  • Atembeschwerden

  • Schockzeichen: blasse Schleimhäute, schneller aber schwacher Puls, kalte Gliedmaßen


Handlungstipps:

  1. Stoppe Blutungen, indem du mit einem sauberen Tuch Druck ausübst.

  2. Entferne keine Fremdkörper aus der Wunde.

  3. Decke die Wunde ab und bring deinen Hund sofort zum Tierarzt.

  4. Bei schweren Verletzungen oder starken Blutungen gilt: keine Zeit verlieren. Auch scheinbar kleine Wunden können ernsthafte Komplikationen nach sich ziehen, wenn sie nicht professionell behandelt werden.

 

5. Knochenbrüche


Mögliche Symptome:

  • Deutliches Hinken oder die Weigerung, ein Bein zu belasten

  • Schmerzreaktionen bei Berührung

  • Sichtbare Verformung oder Schwellung

  • Bewegung im Bereich eines Knochens, wo eigentlich keine Gelenke sind

  • Aufstehen oder Gehen unmöglich

  • Knirschende Geräusche bei Bewegung (wenn Knochenfragmente aneinander reiben)

  • Lethargie oder Schock: schwere Brüche können zu blassem Zahnfleisch, schnellem Puls und kühlen Gliedmaßen führen

  • Kompensatorisches Verhalten: Dein Hund versucht, das gebrochene Bein zu entlasten

  • Eingeschränkte Beweglichkeit

  • Blutungen oder offene Wunden bei offenen Brüchen


Handlungstipps:

  1. Bewege deinen Hund so wenig wie möglich.

  2. Transportiere ihn vorsichtig auf einer stabilen Unterlage zum Tierarzt.

 

6. Atemnot

Atemnot (Dyspnoe) bei Hunden ist ein ernstes Warnsignal. Die Ursache kann von Herzproblemen bis zu blockierten Atemwegen reichen.


Mögliche Symptome:

  • Starkes Hecheln

  • Auffällige Veränderung der Atemfrequenz: sehr schnell oder sehr langsam

  • Erhöhte Anstrengung beim Atmen

  • Ungewöhnliche Atemgeräusche: Pfeifen, Keuchen oder andere Geräusche

  • Bläuliche Zunge oder Zahnfleisch

  • Verlängerte Ausatmungsphase

  • Unruhe, Angst oder Panik

  • Weite Nasenlöcher bei jedem Atemzug, um mehr Luft zu bekommen

  • Schwäche oder Zusammenbruch

  • Spezielle Positionen, die das Atmen erleichtern (z. B. Hals ausgestreckt, Ellenbogen nach außen)


Handlungstipps:

  1. Überprüfe Mund und Rachenraum auf Fremdkörper.

  2. Sorge für frische Luft und eine kühle Umgebung.

  3. Ruf sofort den Tierarzt – Atemnot kann lebensbedrohlich sein.

 

7. Erstickungsgefahr – Sofort und schnell handeln!


Mögliche Symptome:

  • Verzweifeltes Atmen: Der Hund öffnet das Maul weit und versucht heftig Luft einzuziehen, oft ohne Erfolg

  • Zeichen von Panik oder Angst

  • Übermäßiges Speicheln oder Schaum vor dem Maul

  • Husten oder Würgen

  • Bläuliche Zunge oder Zahnfleisch

  • Kratzen oder Pfoten am Mund

  • Zusammenbruch oder Bewusstlosigkeit

  • Schwache oder gar keine Atembewegungen

  • Plötzliche Verhaltensänderungen: Unruhe oder Aggression durch Sauerstoffmangel


Handlungstipps:

  1. Öffne vorsichtig den Mund und überprüfe, ob ein Fremdkörper sichtbar ist, ohne dich selbst zu verletzen.

  2. Entferne den Gegenstand nur, wenn er sicher greifbar ist.

  3. Wende keine Heimlich-Manöver blind an – falsche Anwendung kann Verletzungen verursachen.

  4. Rufe sofort den Tierarzt – jede Minute zählt.

 

8. Krampfanfälle – Ruhe bewahren und beobachten

Krampfanfälle können einmalig auftreten oder auf chronische Erkrankungen wie Epilepsie hindeuten.


Mögliche Symptome:

  • Unkontrollierte Muskelzuckungen oder Krämpfe

  • Bewusstseinsverlust

  • Starrer Blick ins Leere vor Beginn der Krämpfe

  • Sturz zu Boden, oft auf die Seite, mit steifen Beinen

  • Speicheln oder Schaum vor dem Mund

  • Zähneknirschen

  • Unwillkürliche Urin- oder Kotabgabe

  • Pedalbewegungen mit den Beinen („Lauf- oder Schwimmbewegungen“)

  • Hecheln nach dem Anfall

  • Verwirrung oder Desorientierung

  • Vorübergehende Sehstörungen oder Blindheit

  • Veränderungen im Verhalten oder gesteigerte Anhänglichkeit nach dem Anfall


Handlungstipps:

  1. Bewahre Ruhe und beobachte deinen Hund genau.

  2. Halte ihn von gefährlichen Gegenständen fern.

  3. Sprich beruhigend auf ihn ein, berühre ihn jedoch nicht während des Anfalls.

  4. Notiere Dauer und Symptome und informiere anschließend den Tierarzt.

 

9. Insektenstiche und allergische Reaktionen


Mögliche Symptome:

  • Atemnot oder keuchendes Atmen

  • Schwellungen an Gesicht, Lippen, Zunge oder Maul

  • Starker Juckreiz: übermäßiges Kratzen, Lecken oder Reiben

  • Hautrötungen oder Ausschlag

  • Erbrechen und/oder Durchfall

  • Zittern oder Krämpfe

  • Kollaps oder allgemeine Schwäche

  • Schneller Puls

  • Blasse bis bläuliche Schleimhäute

  • Kalte Pfoten oder andere Extremitäten

  • Erhöhter Speichelfluss oder Schaum am Maul


Handlungstipps:

  1. Kühle die Einstichstelle, um Schwellung und Juckreiz zu lindern.

  2. Beobachte genau, ob sich Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion zeigen.

  3. Bei Atemnot, starkem Anschwellen oder anderen ernsten Symptomen sofort den Tierarzt kontaktieren – schwere allergische Reaktionen können lebensbedrohlich sein.

 

10. Magendrehung – Lebensgefahr, sofort handeln!

Eine Magendrehung (auch Magenvolvulus oder Magentorsion genannt) ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Vor allem große Hunderassen sind betroffen, aber auch kleinere Hunde können daran erkranken.


Mögliche Symptome:

  • Unruhe oder Angst

  • Aufgeblähter Bauch, oft hart bei Berührung

  • Wiederholte, erfolglose Erbrechversuche – meist nur Würgen

  • Speichelfluss oder Schaum am Maul

  • Schnelles Atmen oder Hecheln

  • Schwäche oder Zusammenbruch

  • Blasse oder bläuliche Schleimhäute

  • Schneller Herzschlag

  • Schmerzreaktion bei Berührung des Bauches

  • Kalte Pfoten oder andere Extremitäten


Handlungstipps:

  1. Eine Magendrehung ist ein absoluter Notfall – sofort tierärztliche Hilfe rufen.

  2. Jede Minute zählt: Ohne schnelle Behandlung, meist in Form einer Operation, kann der Zustand innerhalb weniger Stunden tödlich sein.

 

Wichtigste Grundlagen zur Erste-Hilfe beim Hund

Sicherheit zuerst

Bevor du deinem Hund in einer Notsituation hilfst, stelle sicher, dass weder du noch dein Hund sich in weiterer Gefahr befinden. Nur wer selbst sicher ist, kann effektiv helfen.


Erste-Hilfe-Set für Hunde

Habe immer ein spezielles Erste-Hilfe-Set griffbereit. Dieses sollte mindestens enthalten:

  • Verbandmaterial

  • Pinzette

  • Schere

  • Zeckenzange

  • Einweghandschuhe

  • Kühlpackung

So bist du für viele Notfälle direkt gewappnet.


Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) beim Hund

HLW kommt nur zum Einsatz, wenn dein Hund nicht mehr atmet und keinen Puls zeigt. Idealerweise ruft währenddessen jemand anderes sofort den Tiernotruf.

So gehst du vor:

  1. Lege den Hund auf die Seite.

  2. Lege deine Hände übereinander auf den breitesten Teil des Brustkorbs.

  3. Drücke kräftig und schnell nach unten – etwa 100–120 Mal pro Minute.

  4. Überprüfe regelmäßig, ob dein Hund wieder selbstständig atmet.


Abschließende Tipps

  • Notrufnummern bereithalten: Speichere die Nummer deines Tierarztes und der nächstgelegenen Tierklinik im Telefon.

  • Schulung besuchen: Ein Erste-Hilfe-Kurs für Hunde kann im Notfall entscheidend sein und gibt Sicherheit im Umgang mit kritischen Situationen.

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